Es geht nicht um den Tagessieg: Wie ich die Meisterschaft gewonnen habe


Ein altes Sprichwort im Motorsport lautet: „Um als Erster anzukommen, muss man erstmal ankommen.“

Es ist vielleicht nicht ganz so glamourös wie Champagner auf dem Podium zu versprühen, aber so ist es nun mal. Um eine Meisterschaft zu gewinnen, muss man nicht in jedem einzelnen Rennen der Schnellste sein – man muss über die gesamte Saison hinweg der Klügste sein. Das mag kontraintuitiv klingen. Geben Champions nicht immer alles? Nicht, wenn sie auf dem Motorrad bleiben wollen.

Der Rennsport gehörte schon immer zu meinen Leidenschaften, und das letzte Jahr war besonders gut: Ich habe die Nachwuchsklasse des British Motorcycle Racing Club, die sogenannte RMT Championship gewonnen und wurde zudem mit der 500cc‑Trophäe als bester Newcomer ausgezeichnet. Fünf Jahre zuvor hatte ich noch nie auch nur auf einem Motorrad gesessen. Ich kann also ohne Übertreibung sagen, dass ich mit diesem Ergebnis recht zufrieden war. Wie ist mir das gelungen? Konstanz und Coaching.

Ich habe die Meisterschaft nicht deshalb gewonnen, weil ich jedes Rennen gewonnen habe. Ich war einfach nie weit vom Spitzenplatz entfernt und habe kostspielige Fehler vermieden; und ich wusste, wann ich alles geben konnte und wann ich mich zurückhalten musste. Auf den Punkt gebracht: Ich habe langfristig gedacht. Ich habe auch nicht gewonnen, weil ich alles wusste – dem war definitiv nicht so. Ich habe von Anfang an Rat und Orientierung von Fachleuten gesucht.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn Sie Portfolios strukturieren oder mit Kunden Finanzpläne erstellen, dann sollte es das auch.

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Tim Wood mit der RMT-Meisterschaftstrophäe und der 500cc-Auszeichnung.

Alles auf eine Karte setzen – eine hochriskante Strategie

Auf der Rennstrecke ist man immer in Versuchung, in jeder Kurve zu überholen, Sekundenbruchteile später als der nächste Fahrer zu bremsen oder die Reifen über ihr Limit hinaus zu belasten. Doch genau so entstehen Unfälle. Die Realität ist: Fahrer, die jedes Rennen gewinnen wollen, kommen häufig nicht an („Did Not Finish - DNF“). Und in einer Meisterschaftsserie kommt ein DNF die Fahrer deutlich teurer zu stehen als ein zweiter oder dritter Platz. Konstanz schlägt Heldentaten.

Die Parallele zur Geldanlage ist offensichtlich. Wer schnelle Mehrrenditen anstrebt, hochriskante Positionen aufbaut oder sich zu emotionalen Reaktionen auf Marktbewegungen hinreißen lässt, muss unter Umständen große Verluste hinnehmen. Ein Portfolio ohne größere Rückschläge wirft häufig höhere Renditen ab als ein Portfolio, das stark im Wert schwankt.


Wer wie ein Champion denken will, muss strategisch denken

Zu Beginn der Saison habe ich meine Rennstrategie angepasst. Ich fragte mich nicht mehr „Wie kann ich dieses Rennen gewinnen?“, sondern „Was ist die maximale Punktzahl, die ich mit minimalem Risiko holen kann?"

Das bedeutete nicht, nur auf Nummer sicher zu gehen oder mich zu verstecken. Es bedeutete, Wahrscheinlichkeiten von Risiko und Gewinn gegeneinander abzuwägen. Manchmal habe ich auf den Sieg gedrängt. Manchmal habe ich mich mit einem soliden Ergebnis zufriedengegeben, weil ich wusste, dass meine wichtigsten Konkurrenten hinter mir lagen oder ausgefallen waren.

Geldanlage funktioniert genauso: Langfristiger Erfolg entsteht nicht dadurch, dass man die nächste heiße Aktie vorhersagt oder genau zum richtigen Zeitpunkt kauft bzw. verkauft. Erfolg entsteht durch robuste Portfolios und die Steuerung von Verlustrisiken – und dadurch, den Fokus von Kunden auf ihre Ziele zu lenken anstatt auf die Anzeigetafel.


Wer nicht mitspielt, kann auch nicht gewinnen

Ein Rennfahrer, der immer gewinnen will, setzt sich selbst maximalem psychischem, physischem, mechanischem Stress aus. Die Folge: Fehler, Fehleinschätzungen – und manchmal auch Motorschäden. Ebenso ergeht es Anlegern, die Renditen hinterherjagen oder in einem Abschwung in Panik geraten und sich dann oft zum exakt falschen Zeitpunkt vom Markt zurückziehen. So stehen sie genau dann nicht auf dem Spielfeld, wenn es wirklich drauf ankommt. 

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Beraters gehört es, ihre Kunden in der Spur zu halten. Dazu muss man einen klaren Plan aufstellen, realistische Erwartungen formulieren und Kunden den notwendigen Raum geben, um kurzfristige Schwankungen zu überwinden, ohne langfristige Ziele aufzugeben.


Wann man ins Risiko gehen sollte – und wann nicht

Auf dem Cadwell Park Circuit in Lincolnshire startete ich von einer schlechten Startposition auf nasser Fahrbahn. Anstatt durch aggressive Fahrweise einen Unfall zu riskieren, habe ich mich auf saubere Runden konzentriert, Zwischenfälle vermieden und wertvolle Punkte gesammelt. Konstanz statt Nervenkitzel – das hat mich im Wettbewerb gehalten.

Anders war die Lage zu Beginn der Saison in Brands Hatch, wo ich die Chance sah, mich trotz schlechter Bedingungen gegen einen wichtigen Konkurrenten durchzusetzen. An diesem Tag war es richtig, aufs Ganze zu gehen – und die Entscheidung hat sich gelohnt.

Manchmal muss man sich zurückhalten, manchmal muss man etwas riskieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Im Portfoliomanagement ist das nicht anders. Manchmal ist es richtig, Risiken einzugehen; in anderen Fällen sollte der Kapitalerhalt im Vordergrund stehen. Kontext ist alles.


Letzte Runde: Am Ende zählt die Saison, nicht das Rennen

Wenn sie einen guten Tag erwischen, können die meisten Fahrer ein Rennen gewinnen. Wer jedoch die Meisterschaft holen will, muss anders denken. Da kommt es auf Disziplin und Konstanz an – und die Fähigkeit, über die nächste Kurve hinaus zu denken.

Geldanlage funktioniert genauso. Berater helfen ihren Kunden nicht, an einem einzigen Tag zu gewinnen – sie denken langfristig. Das bedeutet, dass die tagesaktuelle Rangliste für sie weniger Bedeutung hat. Vielmehr geht es darum, wo ihre Kunden in fünf, zehn oder zwanzig Jahren stehen werden.

Das Paradoxe – im Rennsport wie in der Geldanlage – ist, dass oft nicht Geschwindigkeit zählt, sondern Intelligenz. So gewinnt man Meisterschaften, und erzielt langfristig erfolgreiche Anlageergebnisse.

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