Die Marktpreise bilden die Zukunftserwartungen der Marktteilnehmer ab. Deutliche Mehrrenditen einer bestimmten Aktiengruppe gegenüber dem Gesamtmarkt sind für Anleger wahrscheinlich eine positive Überraschung.
Dieses Prinzip lässt sich in den Daten kaum nachweisen, da sich Markterwartungen selbst im Nachhinein nur schwer quantifizieren lassen. Natürlich können wir die tatsächlichen Unternehmensgewinne mit den Prognosen der Analysten vergleichen, allerdings sind diese Prognosen keineswegs einheitlich. Und manchmal beeinflussen nicht nur Gewinnmeldungen die Kurse, sondern auch zeitgleiche Aussagen der Unternehmen zu ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung. Eine Aktie kann also die Gewinnprognose übertreffen und dennoch an Wert verlieren.
Trotz alledem sehen wir manchmal klare Anzeichen für Gewinnüberraschungen. Die letzten Jahre der „Magnificent 7“ sind dafür ein gutes Beispiel. Von 2021 bis einschließlich 2025 übertrafen die Gesamtgewinne dieser Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen zu Jahresbeginn in allen Jahren außer in einem: 2022. Ihre Aktien hängten den breiten Markt in allen Jahren außer in einem ab. Und ich wette, Sie können erraten, in welchem Jahr die Mehrrenditen ausblieben.
Natürlich liegen uns die Ergebnisse für das laufende Jahr noch nicht vor, doch die Gewinnprognosen für die Glorreichen Sieben sind in diesem Jahr noch einmal gestiegen. Das bedeutet auch: Die Hürde, die diese Aktien auf dem Weg zu Mehrrenditen nehmen müssen, liegt womöglich noch höher.
Abbildung 1 Die Glorreichen Sieben – Gewinne und Gewinnprognosen, 2021 bis 2026
Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Die tatsächlichen Renditen können niedriger ausfallen.